Ungeeignete Lebensmittel für Kleinkinder

Eine ausgewogene Ernährung von Anfang an legt den Grundstein für ein gesundes Leben. Besonders im Kleinkindalter (0–3 Jahre) ist es wichtig, nicht nur auf eine nährstoffreiche, sondern auch auf eine sichere Ernährung zu achten. Der Körper der Kinder befindet sich noch in der Entwicklung und die Immunabwehr ist noch nicht vollständig ausgereift. Daher stellen manche Lebensmittel sogar ein gesundheitliches Risiko dar.

 

1. Ausgewogene Familienernährung

Eine kindgerechte Ernährung sollte vor allem pflanzenbasiert sein – mit viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukten und wenig tierischen Produkten. Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist besonders wichtig. Hierfür eignen sich Wasser oder ungesüßte Tee’s. Fette und Süßigkeiten sollten nicht verboten, allerdings nur in Maßen verzehrt werden. Ein bewusster Umgang mit süßen und fetten Lebensmitteln muss von klein auf erlernt werden.

 

2. Vorsicht vor Aspirationsrisiko

Viele scheinbar harmlose Lebensmittel können für Kleinkinder eine ernstzunehmende Erstickungsgefahr mit sich bringen. Aufgrund ihrer Größe, Konsistenz oder Form können folgende Lebensmittel leicht in die Luftröhre geraten:

  • Ganze Nüsse, Samen
  • Kleine, runde Beeren (z.B. Blaubeeren)
  • Ganze Weintrauben
  • Hülsenfrüchte im Ganzen
  • Rohes Wurzelgemüse wie Karotten oder Kohlrabi
  • Fisch mit Gräten
  • Große oder zähe Fleischstücke
  • Kaugummis und Lutschbonbons

Es wäre allerdings zu schade, diese nährstoffreichen Lebensmittel im Kindesalter zu meiden. Schneiden, raspeln oder kochen – so lassen sich viele dieser Lebensmittel sicher zubereiten und können eine gesunde Ernährung im Kindesalter bereichern.

 

3. Rohe tierische Lebensmittel meiden

Das Immunsystem von Kleinkindern ist noch nicht vollständig ausgebildet. Daher besteht bei rohen tierischen Produkten eine erhöhte Gefahr für Infektionen wie Listeriose oder Salmonellen. Folgende Lebensmittel sollten bei Kleinkindern tatsächlich gemieden werden:

  • Rohmilch und daraus hergestellte Produkte (z.B. Rohmilchkäse)
  • Rohe Eier (z.B. in Tiramisu oder Salatdressings)
  • Rohes Fleisch (z.B. Mett, Tatar)
  • Rohwurst wie Salami oder Teewurst
  • Roher Fisch, wie z.B. in Sushi

Auch Sprossen und Tiefkühlbeeren sollten vor dem Verzehr ausreichend erhitzt werden – sie tragen häufig Keime mit sich.

Honig ist ebenfalls mit Vorsicht zu genießen. Dieser kann Sporen des Bakteriums Clostridium botulinum enthalten, welche sich durch einen nicht ausgereiften Darm im Säuglingsalter zu Säuglingsbotulismus entwickeln können. Bei einer solchen Erkrankung kommt es zu Störungen des Nervensystems bis hin zur Muskellähmung.  Aus diesem Grund sollten Säuglinge im ersten Lebensjahr keinen Honig verzehren.

 

4. Auf die richtige Zubereitung achten

  • Ausreichende Hitze: Speisen sollten auf mindestens 70°C erhitzt werden, und das für mindestens 2 Minuten.
  • Bei Mikrowellennutzung: Zwischendurch umrühren, um gleichmäßiges Erhitzen sicherzustellen.

 

5. Kritische Inhaltsstoffe: Arsen und Nitrat

Einige Lebensmittel können in größeren Mengen bedenkliche Stoffe enthalten:

  • Arsen in Reisprodukten: Reis nimmt mehr anorganisches Arsen aus Boden und Wasser auf als andere Pflanzen. In Produkten wie Reiswaffeln, Reisbrei oder -flocken kann sich dieser Stoff anreichern. Ein gelegentlicher Verzehr von Reisprodukten ist unproblematisch. Sie sollten jedoch nicht täglich oder in großen Mengen auf dem Speiseplan stehen. Eine abwechslungsreiche Ernährung mit anderen Getreidearten wie Hafer, Dinkel oder Hirse ist hier die bessere Wahl.
  • Nitrat in Spinat und Roter Bete: Gemüsesorten wie Spinat und Rote Bete sind zwar nährstoffreich, enthalten jedoch hohe Mengen Nitrat. Nitrat selbst ist nicht giftig, kann im Körper aber zu Nitrit umgewandelt werden. Dieses kann bei Babys den Sauerstofftransport im Blut beeinträchtigen. Spinat und Rote Bete dürfen in kleinen Mengen auf den Teller aber besser nicht täglich, und am besten frisch zubereitet und nicht stundenlang warmgehalten.

 

6. Süßigkeiten – erlaubt, aber mit Maß

Süßes komplett zu verbieten, ist oft nicht zielführend. Besser ist ein bewusster Umgang damit:

Maximal 10 % der täglichen Energiezufuhr sollten aus Süßigkeiten bestehen. Bei einer Kalorienzufuhr von ca. 1000 kcal/Tag entspricht das maximal 25 g Zucker.

So schnell sind 25 g Zucker erreicht:

  • 1 Fruchtjoghurt (125 g) = ca. 12-15 g Zucker
  • 1 Glas Apfelsaft (250ml)  = 25 g Zucker 
  • 1 Kugel Eis = 15 g Zucker
  • 1 Schoko-Riegel = 11 g Zucker
  • 1 Kakao (200 ml Milch mit 2 TL Kakaopulver) = 18-22 g Zucker
  • Tomatenketchup (100 g) = 23 g Zucker

Süßes als Genussmittel, nicht als Belohnung etablieren. Sonst kann sich schnell ein ungesundes Verhältnis zu Süßem entwickeln. 

 

7. Salzzufuhr beachten 

Im ersten Lebensjahr sollte vollständig auf zugesetztes Salz verzichtet werden. Danach ist ein sparsamer Umgang wichtig, um die Nieren nicht zu überlasten. Die DGE empfiehlt je nach Kindesalter eine maximale Salzzufuhr von 3-6 g pro Tag. Dabei ist das Salz in verarbeiteten Lebensmitteln besonders zu beachten, nicht nur das Salz, welches beim Würzen zugesetzt wird. Lebensmittel wie Brot, Wurst, Käse, herzhafte Snacks und Fertiggerichte haben einen hohen Salzgehalt. Kräuter wie Basilikum, Petersilie oder Dill sind eine gute, geschmacksbringende Alternative.

Salzgehalt verschiedener Lebensmittel:

  •  1 Weizenbrötchen (50 g) = 0,9 g Salz
  • 2 Scheiben Gouda (72 g) = 1,22 g Salz
  • 3 Salamischeiben (ca. 35 g) = 1,4 g Salz
  •  2-3 Handvoll Reibekäse (100 g) = 1,2 g Salz
  • 1 Pizza Salami (390 g) = 5,8 g Salz
  • 2 Handvoll Chips (50 g) = 0,7 g Salz

 

Fazit

Kleinkinder sind keine kleinen Erwachsenen – ihre Ernährung sollte besonders sorgfältig geplant werden. Sofern Eltern auf sichere Zubereitung, die Vermeidung kritischer Lebensmittel und eine ausgewogene Auswahl achten, legen sie den Grundstein für gesunde Essgewohnheiten und die richtige Entwicklung.

 

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