Warum Vollkorn?
Wie integriere ich Vollkorn in die Kinderernährung?
Vollkorn – das klingt erstmal gesund, aber was steckt eigentlich dahinter? Und warum ist es gerade für Kinder so wertvoll?
Vollkornprodukte bestehen aus dem ganzen Getreidekorn: also aus Mehlkörper, Keimling und der äußeren Schale. Besonders in diesen Teilen stecken viele Nährstoffe: Ballaststoffe, Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe – genau das macht Vollkorn so bedeutungsvoll!
Bei Weißmehlprodukten hingegen wird das Korn geschält, dabei gehen viele wertvolle Inhaltsstoffe verloren.
Die Vorteile von Vollkorn
- Sättigung hält länger an – Heißhunger wird vermieden
- Mehr Vitamine & Mineralstoffe für Konzentration, Wachstum und Immunsystem
- Die enthaltenen Ballaststoffe fördern die Verdauung und stärken die Darmgesundheit
- Kann langfristig das Risiko für Übergewicht, Typ-2-Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen senken
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt:
Von rund 5 Getreideportionen täglich sollten m 1/3 in Vollkorn gegessen werden. Eine Portion entspricht dabei etwa 60 g:
- 1 Scheibe Vollkornbrot
- 1 Handvoll Haferflocken
- Nudeln, ungekocht
- Reis, ungekocht
Vollkorn für Kinder: So funktioniert es im Alltag
Kinder mögen, was sie kennen. Wenn sie früh an den Geschmack von Vollkorn gewöhnt werden, ist die Akzeptanz meist kein Problem. Schwieriger wird es, wenn Kinder lange nur Weißmehlprodukte kannten. Dann hilft ein sanfter Übergang:
Tipps für die Umstellung auf Vollkornprodukte
- Langsam starten: Ersetze nach und nach einzelne Produkte – z. B. erst das Müsli, dann das Brot
- Mischen erlaubt: Helle und dunkle Nudeln kombinieren oder beim Backen beide Mehlsorten mischen
- Kochvorgang individualisieren: Vollkornnudeln etwas länger kochen – dann sind sie weicher und leichter zu essen
- Nicht aufgeben: Es dauert oft mehrere Anläufe, bis Kinder neue Lebensmittel akzeptieren. Auch verschiedene Marken können im Geschmack variieren
Auf echte Vollkornprodukte achten
Nicht alles im Supermarkt, was dunkel aussieht, ist auch wirklich Vollkorn. Einige Produkte werden bspw. mit Malzextrakt gefärbt. Achte beim Einkaufen auf die Produktbezeichnung „Vollkorn“ – dieser Begriff ist gesetzlich geschützt. Nur Produkte mit mindestens 90 % Vollkorn dürfen so genannt werden.
Mögliche Produkte als Vollkorn-Variante
- Nudeln: Vollkornnudeln sind oft schwer zu akzeptieren. Eine mildere Option sind Dinkel- oder Linsennudeln.
- Reis: Unpolierter Vollkornreis (z. Natur- oder brauner Reis) wird von Kindern oft abgelehnt. Parboiled-Reis ist hier eine gute Zwischenlösung. Auch Dinkelreis kann eine Alternative darstellen.
- Getreideflocken: Hafer- oder Dinkelflocken lassen sich vielseitig verwenden. Tipp: Selbstgemachtes Granola ist ein toller Einstieg – mische gemeinsam mit deinem Kind Vollkornflocken mit Lieblingszutaten zu einem knusprigen Müsli. Ein Rezept findest du unten
- Brot: Probiere ein fein gemahlenes Vollkornbrot – die Akzeptanz ist oft höher als bei grobkörnigen Varianten.
- Couscous: Auch Vollkorn-Couscous ist eine gute Alternative zu herkömmlichem Hartweizengrieß
- Mehle: Setze beim Backen häufiger auf Dinkel-, Roggen- oder Vollweizenmehl, um den Nährwert zu steigern
- Kekse: Es müssen nicht immer klassische Vollkornkekse sein – auch Hafer- oder Dinkelkekse sind vollwertige und kindgerechte Alternative
Probier`s zuhause mal aus - einfach und lecker!
Selbstgemachtes Granola
Zutaten:
- 300 g Haferflocken
- 100 g Mandeln, gehobelt
- 100 g Kokosöl
- 4 EL Honig
- 1 Prise Zimt
- 1 Prise Salz
Zubereitung:
Ofen auf 180 Grad (Ober und Unterhitze) vorheizen. Blech mit Backpapier belegen. Haferflocken, Mandeln, Zimt & Salz zu einer Masse vermischen. Kokosöl & Honig bei niedriger Hitze schmelzen und anschließend zu der Haferflockenmischung geben. Masse auf das Backblech geben und für ca. 10-15 Minuten backen.
Optional: weitere Nussorten, getrocknete Früchte, Kakaonibs oder Kakaopulver hinzufügen
Schnelles Vollkornbrot
Zutaten:
- 500 ml Buttermilch (oder Hafermilch)
- 400 g Dinkelvollkornmehl
- 200 g Roggenvollkornmehl
- 100 g Sonnenblumenkerne
- ½ Würfel frische Hefe
- 2 EL geschrotete Leinsamen
- 1 EL Salz (gestrichen)
- 1 TL Brotgewürz
- Etwas Haferflocken als Deko
Zubereitung:
Verrühre die Hefe mit der warmen Buttermilch. Mische die zwei Mehle, Salz, Brotgewürz, Sonnenblumenkerne und Leinsamen. Knete alles zu einem Teig. Lasse ihn abgedeckt für ca. 2 Stunden an einem warmen Ort stehen. Fette eine Kastenform und bestreue diese mit etwas Haferflocken. Falte den Teig zu einer langen Teigrolle und gebe ihn in die Kastenform. Bestreiche den Teig mit etwas Wasser und bestreue ihn mit Haferflocken. Lasse ihn weitere 30 Minuten ruhen. Schneide den Teig anschließend mit einem Messer ein. Backe das Brot im vorgeheizten Backofen für ca. 50 Minuten bei 200°C Ober-/Unterhitze. Lasse das Brot in einem sauberen Geschirrtuch auskühlen.
Fazit: Vollkorn ist gut - und schmeckt auch Kindern
Ob im Müsli, in der Brotdose oder auf dem Familientisch: Vollkorn lässt sich ohne großen Aufwand in den Alltag integrieren. Wer früh damit beginnt, legt den Grundstein für gesunde Essgewohnheiten – und das ein Leben lang.